Der Neoprengeruch in der Sporttasche, das feuchte Tuch, das schon nach einer Stunde leicht säuerlich riecht: Wer kennt das nicht? Nach dem Schwimmen wird der Badeanzug meist achtlos zusammengeknüllt, in eine Plastiktüte gestopft und erst zu Hause wieder herausgeholt, oft schon leicht verformt. Dabei würde eine einzige Minute unter klarem Wasser genügen, um genau das zu verhindern, was dem Elasthan am meisten zusetzt.
Denn was viele nicht wissen: Chlor und Salz hören nicht auf zu wirken, sobald man aus dem Becken steigt. Sie bleiben in den Fasern hängen und arbeiten weiter, leise, aber beharrlich. Das Ausspülen hilft dabei, Chlor, Salz und Sand grob zu entfernen, bis der Schwimmdress richtig gewaschen wird. Nur wenige wissen, dass es darüber hinaus wichtig ist, die Badekleidung vor dem Gang ins kühle Nass ebenfalls auszuspülen. Klingt paradox, ist aber logisch: Ein Stoff, der bereits mit klarem Wasser vollgesogen ist, nimmt schlicht weniger Chlorwasser auf.
Das Wichtigste
- Chlor und Salz arbeiten weiter, auch wenn du aus dem Wasser steigst – sie attackieren vor allem die Elasthanfasern
- Nach nur 35 Tagen intensiver Nutzung kann ein Badeanzug bereits 65% seiner Elastizität verlieren
- Eine winzige tägliche Routine könnte alles ändern – aber kaum jemand kennt den entscheidenden Trick
Warum Elasthan der heimliche Verlierer jedes Sommers ist
Elasthan ist die Faser, die einem Badeanzug seine Spannkraft gibt, seine Fähigkeit, sich an den Körper zu schmiegen und danach wieder in Form zurückzuschnellen. Genau diese Eigenschaft macht sie aber auch anfällig. Chlor greift dabei vor allem die Elasthanfasern an und sorgt somit nach und nach dafür, dass die Elastizität des Gewebes verloren geht. Die Badesachen leiern regelrecht aus. Auch Salz greift das Elasthan im Bikini an. Was als leichtes Ausleiern beginnt, endet nicht selten in einem durchsichtig gewordenen Stoff, der beim Baden mehr Sorgen bereitet als Freude.
Die Zahlen dazu sind, ehrlich gesagt, ziemlich ernüchternd. Ein maillot de bain classique ist composé à environ 80 % de polyester ou de nylon et à 20 % d’élasthanne, cette dernière fibre étant celle qui donne le maintien mais aussi la plus fragile face au chlore et au soleil. Nach 300 Stunden Chlor- und Sonneneinwirkung, also etwa 35 Sommertagen, kann die Widerstandsfähigkeit eines Badeanzugs um 65 Prozent sinken. Ein ganz normaler Poolsommer reicht also aus, um die Fasern, die den Stoff überhaupt erst zusammenhalten, unbemerkt zu ruinieren. Und wer glaubt, ein simples Spülen zu Hause nach der Rückkehr reiche schon aus: nach 50 bis 80 kumulierten Stunden Kontakt mit Chlorwasser ohne Spülen verliert ein Standard-Badeanzug etwa 50 Prozent seiner ursprünglichen Elastizität.
Besonders tückisch wird es, wenn Chlor und Sonne zusammenkommen. Laut einer deutschen Studie des Instituts Hohenstein degradiert Elasthan, das Chlor und danach UV-Strahlung ausgesetzt ist, 2,3 Mal schneller als wenn es nur einem der beiden Faktoren ausgesetzt ist. Kein Wunder also, dass ein im Freibad getragener Badeanzug spürbar schneller altert als einer, der nur im Hallenbad zum Einsatz kommt.
Die Minute, die den Unterschied macht
Die Lösung ist erstaunlich unspektakulär. Kein teures Waschmittel, kein Spezialgerät, nur Leitungswasser und etwas Konsequenz. Direkt nach dem Verlassen des Beckens genügt es, den Badeanzug unter die Poolusche oder einen kalten Wasserhahn zu halten und dabei mehrfach zu drücken und wieder loszulassen, damit das Wasser durch die Fasern zirkuliert. Seife braucht es an dieser Stelle noch nicht. Ziel ist es lediglich, das noch aktive Chlor oder Salz aus dem Stoff zu spülen, selbst wenn sich der Badeanzug beim Anfassen schon trocken anfühlt.
Der Vergleich, der bei dieser Recherche hängen geblieben ist: Restchlor im Gewebe arbeitet weiter wie eine Säure, die man ungestört an einer Metalloberfläche nagen lässt, bis jemand sie abwäscht. Genau das passiert mit den Elasthanfasern, wenn der Badeanzug feucht in der Tasche verschwindet, statt vorher unter klares Wasser zu kommen.
Und die Wassertemperatur spielt dabei keine Nebenrolle. Laut einem Textilexperten der RMIT-Universität macht Hitze die Fasern brüchig und dehnt die Elasthankomponenten, weshalb heißes Wasser beim Spülen oder Waschen unbedingt vermieden werden sollte. Kaltes oder lauwarmes Wasser reicht völlig aus, mehr braucht diese kleine Rettungsaktion nicht.
Was nach dem Spülen zählt
Franchement, das Spülen allein ist keine Wunderformel, wenn danach die klassischen Fehler folgen. Wer den Badeanzug auswringt wie ein nasses Handtuch, zerstört mit bloßen Händen, was man gerade gerettet hat. Ein kurzer Spülvorgang reicht aus, um den Großteil von Salz, Chlor oder Sand zu entfernen. Wichtig ist, den Stoff dabei nicht zu reiben oder auszuwringen, denn das beansprucht die Fasern unnötig.
Auch das Trocknen verdient mehr Aufmerksamkeit, als man ihm meist schenkt. Den Badeanzug auf einer klassischen Wäscheleine aufzuhängen ist nicht neutral, das Gewicht des Wassers dehnt die elastischen Fasern. Besser ist es, ihn flach im Schatten liegen zu lassen, fernab der direkten Sonnenstrahlen, die auch nach dem Baden weiter an den Fasern arbeiten. Eine Trockenstarre in der prallen Sonne mag praktisch wirken, kostet aber am Ende genau die Spannkraft, die man erhalten wollte.
Wer es noch etwas gründlicher mag, kann folgende Reihenfolge zur Routine machen:
- Sofort nach dem Baden: eine Minute unter klarem, kaltem Wasser spülen, ohne zu reiben
- Nach drei bis vier Einsätzen: Handwäsche mit mildem, weichspülerfreiem Waschmittel bei maximal 30 Grad
- Zum Trocknen: flach im Schatten, niemals im Wäschetrockner oder an der prallen Sonne
Ein Wechsel zwischen zwei oder drei Badeanzügen gibt den Schwimmsachen eine realistische Chance, zwischen ihren Einsätzen richtig zu trocknen und in ihren Originalzustand zurückzukehren, was ihre Lebensdauer verlängert. Wer regelmäßig schwimmt, wird diesen kleinen Luxus schnell zu schätzen wissen, ganz besonders im Vergleich zu einem Lieblingsmodell, das schon nach wenigen Wochen an den Oberschenkeln durchsichtig wird.
Am Ende bleibt die Frage, die man sich beim nächsten Griff in die Badetasche stellen sollte: Kostet die eine Minute unter dem Wasserhahn wirklich mehr Zeit, als in drei Wochen einen neuen Badeanzug kaufen zu müssen?
Source : planetezerodechet.fr