Ich habe meinen Bügel-BH jahrelang einfach lose in die Waschtrommel geworfen: Als ich sah, was der Metallbügel dabei anrichtet, war es zu spät

Der Klang war unverkennbar. Ein metallisches Scheppern, rhythmisch, fast schon aggressiv, mitten im Schleudergang – und in diesem Moment wusste ich, dass etwas grundlegend schiefgelaufen war. Jahrelang hatte ich meine Bügel-BHs einfach so in die Trommel geworfen, zwischen Handtüchern und Jeans, ohne einen Gedanken an das dünne Stück Metall zu verschwenden, das da drinsteckt. Bis ich sah, was es angerichtet hatte. Zu spät.

Was war passiert? Der Bügel hatte sich aus seinem Stoffkanal gelöst, war durch die Trommel gewandert und irgendwo im Inneren der Maschine verschwunden – dort, wo man ihn eigentlich nie wieder sehen möchte. Die dünne Metallstange kann in die Löcher der Waschtrommel geraten und darüber bis zur Heizung der Maschine gelangen, wo sie sich verhakt. Genau das war bei mir der Fall. Kein dramatischer Knall, kein Kurzschluss – nur dieses beharrliche Klappern, das mit jedem Waschgang lauter wurde und mir langsam, aber sicher die Nerven raubte.

Das Wichtigste

  • Ein kleiner Metallbügel kann sich aus dem BH lösen und in der Waschmaschine verschwinden
  • Der Bügel kann sich um die Heizung wickeln oder Gummidichtungen beschädigen – oft ohne dass man es sofort bemerkt
  • Ein simples Wäschenetz und die richtige Waschweise hätten alles verhindert

Ein kleines Bauteil, ein großes Problem

Man unterschätzt das gern. Ein paar Zentimeter Draht, kaum breiter als eine Büroklammer – was soll da schon passieren? Die Antwort: eine ganze Menge. Ein kleiner Fremdkörper, der zusammen mit der Schmutzwäsche in die Waschmaschine gelangt, stellt eine erhebliche Gefahr dar, auch wenn viele diese Gefahr unterschätzen. Der Grund liegt in der Physik: Eine Waschmaschinentrommel dreht sich beim Schleudern mit enormer Geschwindigkeit, und genau dabei zeigt sich, wie widerstandsfähig so ein Metallbügel eigentlich ist.

Wenn sich die Trommel einer Waschmaschine schnell dreht, kann sich ein BH-Bügel in der Trommel verfangen, an der Trommelwand hängen bleiben und diese durchstechen. Bei mir hatte er sich einen anderen Weg gesucht: durch die kleinen Löcher der Trommel hindurch, in den Zwischenraum, wo die empfindliche Technik sitzt. Dort wird es richtig unangenehm. Der Metallbügel des BHs löst sich ab und kann sehr leicht zwischen Trommel und Bottich gelangen, wobei er sich meistens um die Heizung wickelt und diese beschädigen kann. Und nicht nur die Heizung ist gefährdet – auch Gummidichtungen und Schläuche geraten ins Visier des kleinen Übeltäters. Ein solcher Bügel kann die Gummimanschette beschädigen, den Schlauch zur Ablaufpumpe angreifen und sogar die Trommel selbst in Mitleidenschaft ziehen.

Das eigentlich Tückische daran: Man merkt es oft nicht sofort. Der BH sieht auf den ersten Blick völlig intakt aus, die Wäsche kommt sauber aus der Maschine, alles wirkt normal. Erst beim genaueren Hinsehen – oder eben beim Klappern – wird klar, dass ein Bügel fehlt. Im Alltagsstress kann es vorkommen, dass man Wäsche wild in die Trommel schmeißt, ohne sie vorher zu sortieren, und beim Aufhängen dann entsetzt feststellt, dass bei einem BH ein Bügel fehlt, der sich beim Waschen herausgelöst hat. Genau diese Sekunde der Erkenntnis, das habe ich am eigenen Leib erfahren, fühlt sich an wie ein kleiner Schock. Vorbei ist es dann meistens schon.

Wenn der Bügel schon drin steckt: Kein Grund zur Panik, aber Eile ist geboten

Sollte der Fall eintreten – und glauben Sie mir, er tritt häufiger ein, als man denkt –, gilt vor allem eines: nicht einfach weitermachen und hoffen, dass sich das Problem von selbst löst. Man sollte den Verlust des BH-Bügels in der Waschmaschine auf keinen Fall ignorieren, denn ein verschollener Bügel kann während zukünftiger Waschgänge für lautes Klappern sorgen. Außerdem die Elektrik der Maschine beschädigen.

Manchmal hat man Glück im Unglück. Ein mögliches Versteck des BH-Bügels ist der sogenannte Faltenbalg, das Zwischenelement zwischen Waschmaschinen-Öffnung und Trommel, das als Gummidichtung einen Ring um die Öffnung bildet – dort nisten sich gelegentlich kleinere Gegenstände wie Socken oder eben auch Bügel ein. In diesem Fall reicht es meist, vorsichtig mit den Fingern nachzutasten. Ist der Bügel dagegen weiter hinten gelandet, zwischen Trommel und Heizung, wird es komplizierter – und ehrlich gesagt, genau das war mein Fall. Solche Bügel bleiben meistens am Heizungselement hängen und können im schlimmsten Fall das ganze Element beschädigen, sodass oft nichts anderes übrig bleibt, als die Maschine teilweise zu zerlegen. Wer sich das nicht zutraut, sollte an dieser Stelle ehrlich zu sich sein und lieber einen Fachbetrieb kontaktieren, statt selbst Hand anzulegen und am Ende einen größeren Schaden zu riskieren.

Die Lösung ist banal – und genau deshalb wird sie so oft ignoriert

Das Frustrierende an der ganzen Geschichte: Das Problem wäre mit einem einzigen, wirklich simplen Handgriff vermeidbar gewesen. Ein Wäschenetz oder Wäschebeutel schützt den BH vor Reibung und mechanischer Belastung und verhindert, dass sich Träger oder Verschlüsse im Inneren der Trommel verfangen oder der Bügel sich löst. Klingt fast zu simpel, um wahr zu sein – ist es aber nicht. Ein Stück Netzstoff, geschlossener Reißverschluss, fertig. Der Bügel bleibt eingeschlossen, kann sich nicht befreien, egal wie wild die Trommel rotiert.

Dazu kommen ein paar weitere Kleinigkeiten, die in Summe einen großen Unterschied machen. Die Waschmaschine sollte auf Schonwaschgang oder Feinwäsche eingestellt sein, idealerweise bei maximal 30 Grad, und auf hohe Schleuderzahlen sollte verzichtet werden, da sie das Material stark beanspruchen – ebenso empfiehlt sich ein mildes Feinwaschmittel ohne Bleichmittel und der Verzicht auf Weichspüler. Auch das Schließen der Häkchen vor dem Waschgang ist keine Petitesse, sondern schützt gleich doppelt: die Häkchen sollten unbedingt geschlossen werden, damit sie sich nicht an anderen Stoffen verhaken können.

Wer es ganz genau nimmt, wäscht Bügel-BHs ohnehin lieber von Hand. Der beste Weg, BHs zu waschen, ist die Handwäsche – das ist besser für den BH selbst. Außerdem für die Waschmaschine, da die elastischen Fasern weniger in Mitleidenschaft gezogen werden und der BH länger seine Form behält. Praktikabel ist das im stressigen Alltag natürlich nicht immer, aber genau dieses Abwägen zwischen Bequemlichkeit und Sorgfalt ist es ja, das uns überhaupt erst in solche Situationen bringt.

Seit meinem kleinen Waschmaschinen-Drama liegt bei mir kein Bügel-BH mehr ungeschützt in der Trommel. Das Wäschenetz kostet ein paar Euro, nimmt zwei Sekunden Zeit in Anspruch – und erspart im besten Fall einen Werkstatttermin, im schlechtesten eine neue Waschmaschine. Die eigentlich spannende Frage ist doch: Wie viele von uns wissen das längst, ignorieren es aber trotzdem, weil der Griff zum Netz einfach eine Gewohnheit zu viel ist?

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