Man kennt diesen Moment, in dem die Hand im Teddyfell versinkt wie in einer Wolke. Genau dieses Gefühl lässt sich in der Waschmaschine bewahren, und zwar mit 30 Grad, dem Schonwaschgang und niedriger Schleuderzahl. Weichspüler bleibt dabei im Schrank.
Das Gegenteil dessen, was viele tun.
Teddystoff besteht in aller Regel aus Polyester, einer Kunstfaser, die so aufgeraut und gebürstet wird, dass sie an Lammfell erinnert. Jede dieser winzigen Fasern steht aufrecht, solange sie nicht verklebt, geknickt oder angeschmolzen ist. Hitze, Reibung und Pflegerückstände sind deshalb die drei Gegner. Wer sie kennt, wäscht fast von selbst richtig.
- Die ideale Waschtemperatur für Teddystoff ist 30 Grad.
- Weichspüler lässt das Fell verkleben und platt wirken.
- Zum Trocknen wird der Mantel flach an der Luft ausgelegt.
Vor dem Start: Etikett lesen, Mantel vorbereiten
Der erste Blick gehört dem Pflegeetikett, meist in der Seitennaht oder am Kragen. Zeigt es einen Waschbottich mit 30 Grad, ist der Weg frei, steht dort ein Reinigungssymbol, gehört der Mantel in die Textilreinigung. Gleiches gilt für echtes Schaffell und für Modelle mit Wollanteil oder aufwendig verarbeitetem Futter.
Reißverschlüsse und Knöpfe werden geschlossen, Klettbänder zugeklappt, alle Taschen geleert (ein vergessenes Taschentuch verteilt sich sonst als Flusen im Fell). Dann wird der Mantel auf links gedreht, damit die Außenseite weniger Reibung abbekommt. Ein großes Wäschenetz oder ein alter Bettbezug schützt zusätzlich, sofern das Teil hineinpasst.
Allein waschen, das ist Pflicht.
Ein Teddymantel nimmt viel Platz ein, und vollgesogen wird er schwer. Die Trommel sollte deshalb höchstens zur Hälfte gefüllt sein, damit das Wasser überall hindurchkommt und der Stoff nicht gequetscht wird. Jeans oder Handtücher als Mitwäsche scheuern am Flor und hinterlassen Fusseln, die man später mühsam auszupft. Bei dicken, langen Modellen lohnt notfalls der Gang zum Waschsalon mit großer Trommel.
Temperatur, Programm, Waschmittel
Dreißig Grad reichen völlig. Heißeres Wasser setzt den Kunstfasern zu und lässt sie verkleben. Ein Mantel, der einmal bei 60 Grad gelandet ist, erholt sich selten.
Gewählt wird der Schonwaschgang, je nach Hersteller auch Pflegeleicht oder Fein genannt. Die Schleuderzahl darf bei etwa 400 bis 800 Umdrehungen liegen, weniger ist besser.
Und jetzt die Überraschung: Weichspüler macht den Mantel nicht weicher, sondern platter. Er legt einen dünnen Film um die Fasern, die dadurch aneinanderkleben, statt zu stehen. Ein bisschen wie zu viel Haarwachs auf feinem Haar, das Ergebnis ist das Gegenteil von Volumen.
Besser ist ein mildes Fein- oder Wollwaschmittel, flüssig und sparsam dosiert. Pulver löst sich bei niedrigen Temperaturen oft schlecht und hinterlässt Rückstände im Flor. Wer kann, schaltet einen zusätzlichen Spülgang dazu, denn jeder Rest Waschmittel macht das Fell stumpf. Die Menge für wenig verschmutzte Wäsche genügt in der Regel völlig.
Trocknen: Hier gewinnt oder verliert das Fell sein Volumen
Der Trockner ist nicht der Freund des Teddyfells.
Nach dem Waschgang wird der Mantel nicht ausgewrungen, sondern auf einem Handtuch vorsichtig ausgedrückt. Danach darf er flach auf einem Wäscheständer liegen oder an einem breiten Bügel hängen, am besten in einem luftigen Raum, fern von Heizung und direkter Sonne. Das dauert je nach Dicke ein bis zwei Tage, und Geduld ist hier die halbe Pflege.
Zwischendurch lohnt es sich, den Mantel kräftig auszuschütteln und die Fasern mit den Fingern aufzulockern. So kleben sie nicht zusammen, solange sie noch feucht sind.
Ist alles trocken, kommt die Bürste ins Spiel, am besten eine weiche Kleiderbürste oder ein grobzinkiger Kamm, geführt in Strichrichtung des Flors. Wenige Züge genügen, sonst lädt sich das Fell elektrisch auf. Erlaubt das Etikett ausdrücklich den Trockner, helfen ein paar Minuten bei niedrigster Temperatur, gern mit Trocknerbällen, die den Flor auflockern.
Kleine Flecken brauchen keine ganze Wäsche.
Ein Tuch mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen Feinwaschmittel genügt meist. Tupfen statt reiben, danach mit einem sauberen feuchten Tuch nacharbeiten und an der Luft trocknen lassen.
Wie oft überhaupt?
Ein Mantel muss nicht nach jedem Spaziergang in die Trommel. Auslüften, ausbürsten und Flecken punktuell behandeln hält ihn erstaunlich lange frisch. Eine volle Wäsche pro Saison, bei starker Beanspruchung vielleicht zwei, genügt vielen Mänteln.
Bei Teddyfell heißt Pflege weniger tun, nicht mehr. Welches andere Stück im Schrank leidet gerade unter zu viel gut gemeinter Fürsorge?